Israel. Geht nicht, gibt‘s nicht.

Nach meinem Trip ins Silicon Valley Anfang des Jahres, wollte ich unbedingt auch den Start-up Hotspot Israel kennenlernen. Anfang September ging es für 5 Tage nach Tel Aviv. Die Tage gefüllt mit Besuchen bei Start-ups, DLD Konferenz, Inkubatoren, Kennenlernterminen mit Unternehmen aus dem Kommunikationsbereich, Networking-Events und einer Podiumsdiskussion mit NRW Ministerpräsident Armin Laschet. 

Alles sehr gut organisiert von der lokalen Deutsch-Israelischen Außenhandelskammer. Inklusive einer Tagesreise nach Jerusalem, wo mehrere Religionen und Weltanschauungen auf engstem Raum versuchen, miteinander klarzukommen.

Was macht den Start-up Platz Israel so besonders? 

  • Das Land (und der lokale Markt) sind sehr klein. An seiner schmalsten Stelle ist Israel keine 15 km breit. Das führt dazu, dass Start-ups sehr schnell international agieren. Das können sie aufgrund weltweiter Verbindungen sehr gut. 

  • Das Militär ist aus Israel wegen der komplizierten politischen Situation nicht wegzudenken. Männer haben drei Jahre, Frauen zwei Jahre Militärdienst. Dort entstehen zum einen Verbindungen, die ein Leben lang halten. Zum anderen gibt es ein enormes Maß an technologischer Forschung für das Militär. An dieser Forschung und der Umsetzung der Entwicklungen arbeiten viele nach der Militärzeit weiter.

  • Das Land ist generell sehr informell. Lässiger Kleidungsstil, kaum formale  Hierarchien. Geht nicht, gibts nicht. Man geht Probleme pragmatisch, direkt und lösungsorientiert an. I don’t have an answer, but I’ll give you one. Für politische Spielchen ist keine Zeit. 

  • Das Land und seine Leute sind sehr gut vernetzt. Es ist nicht sehr groß, viele kennen sich übers Militär. Oder man vernetzt sich sehr schnell über Empfehlungen, die aufgrund der flachen Hierarchien gerne ausgesprochen werden und gut funktionieren. 

  • Die besondere politische Lage und Unsicherheit führt auch zu einer Mentalität, in der die Israelis versuchen, sehr schnell erfolgreich zu sein und einen Exit hinzubekommen. Während die Deutschen sehr perfektionistisch arbeiten, bekommt man von den Israelis pragmatische Lösungen.

Und was nimmt man mit? Einen guten Einblick in ein für mich neues Land, seine Menschen und seine wirtschaftlichen Ambitionen. Erinnerungen an eine  wunderschöne Stadt Tel-Aviv und eine kulturell/geschichtlich/religiös im wahrsten Sinne des Wortes hochspannende Stadt Jerusalem. Begegnungen mit sehr offenen Menschen mit einer klaren Haltung. Und last but not least ein Motto, was mir persönlich sehr liegt: „Israel is the fastest way to the second best solution.“

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